Ein Risotto braucht bekanntlich etwas Muße, weswegen es sich prima für die Feiertage eignet, falls Sie gerade nicht wissen, wohin Sie mit all der Freizeit sollen, in der man sich (wie wir für gewöhnlich in jedem Jahr um diese Zeit) viel zu viel Gedanken um die verflixte Zukunft macht. Überlassen Sie das Denken also anderen und widmen Sie sich lieber diesem wunderbaren Gericht. Dann wird alles gut!
Das Rezept für unser Risotto stammt von unserem Lieblings-Italiener und gutem Freund Salvo. Er hat es uns kurz vor Weihnachten verraten und wir haben es an Heiligabend zubereitet. Als Hauptgericht für zwei Personen brauchen Sie 200 Gramm Risotto-Reis, wir nahmen Arborio, 1 Glas guten Fischfond, 200 Gramm Tiger-Shrimps, 2 Riesen-Scampi (für die festliche Variante, Sie können auch einfach 100 Gramm Shrimps extra nehmen), einen guten Viertellliter Weißwein, zwei Schalotten, zwei Knoblauchzehen, eine halbe bis ganze Chilischote (nach Geschmack), Meersalz und zwei Eßlöffel Tomatenmark sowie Olivenöl, Butter und eine Zucchini.
Zuallerst bereiten wir eine Shrimps-Paste. Braten Sie die fein geschnittenen Knoblauchzehen mit der Chili in einem großzügigen Schluck Olivenöl an, ein wenig salzen und dann mit dem Tomatenmark vermischen. Die scharfen Shrimps dann mit dem Pürierstab zu einer geschmeidigen Paste verarbeiten, eventuell noch ein wenig Olivenöl hinzugeben, und beiseite stellen.
Die Riesen-Scampi gut abspülen, abtupfen und entdarmen. Wir haben sie gleich aus der Schale gepult, weil wir beim Essen keine Arbeit damit haben möchten. Sie können es halten, wie Sie mögen – in der Schale sieht schicker aus, aber wir waren ja entre nous und deshalb entspannt.
Dann spülen wir die Zucchini ab, halbieren sie und höhlen sie mit einem Eßlöffel bis auf einen kleinen Rand aus. Das Innere brauchen wir nicht, wer will, kann es aber gerne roh futtern.
Die ausgehöhlte Zucchini schneiden wir in dickere Ringe und stellen sie erst einmal auf die Seite.
Nun geht’s an unser Risotto. Wir lassen die nicht zu fein gewiegten Schalotten in erhitztem Olivenöl und ein wenig Butter glasig werden. Dann geben wir den Reis dazu und rühren diesen unter, bis die Körner sowohl Öl wie Hitze aufgenommen haben, was so circa eine halbe Minute dauert. Nun mit dem Weißwein ablöschen und auf mittlerer Temperatur mit einem Holzlöffel rühren, rühren, rühren, bis die Flüssigkeit fast aufgenommen ist. Dann nach und nach den Fischfond hinzugeben – immer eine kleine Kelle und rühren, rühren, rühren. Unser Risotto-Reis brauchte laut Angabe 13 Minuten bis zum gewünschten al dente Stadium – das stimmte so nicht. Probieren Sie also zwischendrin immer wieder ein Körnchen und geben Sie, falls der Fond, aufgebraucht ist, ein wenig Wasser oder Wein hinzu, bis Ihnen die Bissfestigung gefällt. Rühren, rühren, rühren!
Nach ungefähr 10 Minuten Garzeit geben Sie die Shrimps-Paste ins Risotto und rühren weiter. Abschmecken und eventuell noch einen kleine Prise Salz hinzugeben. Fond, Wasser oder Wein weiterhin unterrühren und einkochen lassen, bis das Risotto gar ist.
Ungefähr zwei, drei Minuten vor dem perfekten Garpunkt geben wir die Zucchini ins Risotto und garen diese kurz mit. Abschmecken, eventuell noch ein Prise Salz hinzugeben und weiter rühren.
Drei Minuten vor dem Servieren braten wir noch rasch die Riesen-Scampi in etwas Olivenöl und Butter von beiden Seiten scharf an und würzen sie ganz dezent mit einer Miniprise Salz und etwas (aber ganz wenig) Piment d’Espelette.
Geben Sie zum Schluß noch ein kleines Stückchen gute Butter in das Risotto, ein letztes Mal verrühren und dann anrichten. Die Riesen-Scampi einfach auf dem Reis drapieren. Unbedingt nachkochen: Sie werden es lieben!