Auberginen

Die Aubergine ist, das hat das fatale Experiment der niedlichen Jungköchin gestern beim Perfekten Dinner mal wieder demonstriert, eine schwierige Kandidatin. Dass man das bildschöne Nachtschattengewächs von außen! mit Salz einreiben kann, um die Bitterstoffe zu entziehen, war mir so noch nicht untergekommen. Ich dachte, die Youngster können alle zumindest googlen.

Dass das Gemüse allerdings lange brutzeln muss, damit es gar (und vor allem gut) wird, steht außer Frage. Der beste Gatte von allen lehnt Auberginen deshalb ab. Und es ist wahr: Allzu oft sperren die Dinger sich gegen übliche Grill- und Garregeln, wer einmal Auberginen als Verdure alla Griglia Beilage probiert hat, weiß, wovon die Rede ist. Fad, fader, am fadesten.

Auberginen sind wie Kathedralen

Machen Sie das also gefälligst gescheit: Aubergine waschen, in Scheiben schneiden (1 cm Dicke ist gut), Scheiben auf einem großen Teller auslegen und salzen. 10-15 Minuten ziehen lassen und dann das Salz abspülen. Pfanne mit Olivenöl (kein Extra Virgine bitte) heiß werden lassen, bis es spritzt, wenn Sie einen Tropfen Wasser hineinschnippen. Dann die Auberginenscheiben durchbraten, und zwar portionsweise, also nicht hudeln und husch husch, sondern hübsch auslegen, damit jede Scheibe gut durchgebrutzelt wird. Nicht anbrennen, aber braun werden lassen. Die fertig gebratene Lage herausnehmen und auf Küchenpapier auslegen, damit das Fett abgesaugt wird. In der Zeit haben Sie parallel natürlich schon die nächste Lage in der Pfanne, in welche Sie pro Bratgang frisches Öl zufügen – und zwar nicht zu knapp – und heiß werden lassen. Die Aubergine liebt das Öl und dankt es Ihnen mit einem großartigen Aroma, dass sich auf diese Weise ganz automatisch einstellt. Der Punkt ist: Das dauert! (Während ich brate, futtert der Gatte gern hinter meinem Rücken die ersten Scheibchen weg.)

Die Aubergine braucht also einen geduldigen Koch. Dann zeigt sie, was in ihr steckt, und lässt sich zu allerlei feinen Gerichten weiterverarbeiten, z. B. Pasta alla Norma, was ich ein andernmal ausführe. Im Übrigen sind die PD-Köche diese Woche angenehm;-)